In Pyritz lebte er als Ackerbürger. Zur damaligen Zeit war Ackerbürger nichts weiter als
ein Stadtbewohner, der sich seinen Lebensunterhalt mit einer kleinen Landwirtschaft verdiente. Und nach Leipzig und Stralsund war das
kleine Provinznest Püritz sicherlich nicht ein Ort für Träume. Aber 1518 hatte in Püritz Johannes Knipstro
gewirkt und es gab schon einige, die dem neuen Glauben nachgingen.
In der kleinen Stadt betätigte sich Faustinus nun auch als Geistlicher und predigte den neuen Glauben. Er hatte inzwischen geheiratet und dies war der Grund für die öffentliche Entrüstung, die in der kleinen Provinzstadt ausbrach, so dass man ihn siogar mit einer Strafe von 50 Mark belegte. Faustinus zog sich aus seiner Tätigkeit zurück und widmete sich dem Studium der Rechte. Das politische Klima änderte sich jedoch, und 1534 leitete Barnim IX. als Herzog die Reformation in Pommern ein. Auch die Einwohner von Püritz entzogen sich nun nicht mehr der neuen Lehre, sie war nun "schick" Faustinus als ihr einfrigster Verfechter kann durchaus als der Reformator von Püritz bezeichnet werden. Er gewann seine Reputation zurück, wurde Ratsmitglied und schließlich 1541 Bürgermeister von Püritz.
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